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SaaS Metrics

Net Revenue Retention für SaaS: So misst Du echtes Wachstum aus Bestandskunden

Leonie Sophie Kubis
07.09.2026
September 2026
1
Minuten
Net Revenue Retention für SaaS – Bestands-Revenue aus Expansion, Downgrades und Churn analysieren
Im Artikel
Was macht einen Kanal profitabel?
Die 7 Kanäle im Überblick
Empfehlungen nach ACV
Budgetverteilung 20.000 €/Monat
3-Phasen-Roadmap
FAQ
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Wie viel würde dein SaaS noch wachsen, wenn du ab morgen keine neuen Kunden mehr gewinnst?

Die Antwort darauf ist für viele SaaS-Unternehmen unbequemer als der Blick auf das ARR-Wachstum. Denn New Business kann lange kaschieren, dass bestehende Kunden kündigen, Seats reduzieren oder in kleinere Pakete wechseln.

Genau hier setzt die Net Revenue Retention (NRR) an. Sie nimmt Neukunden aus der Rechnung und zeigt dir, was mit deinem bestehenden Revenue passiert. 100 % NRR bedeutet: Dein Bestand hält seinen Revenue. 110 % bedeuten: Derselbe Kundenstamm erzeugt 10 % mehr Revenue als zu Beginn des Zeitraums.

Das macht NRR für uns zu einer der interessantesten SaaS KPIs. Denn bevor du immer mehr Budget in neue Pipeline steckst, solltest du wissen, wie viel Revenue dein bestehender Kundenstamm hält und wie viel Expansion daraus entsteht.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du deine NRR berechnest, welche SaaS-Benchmarks wirklich vergleichbar sind und wie du aus deiner NRR konkrete Maßnahmen ableitest.

Net Revenue Retention: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Net Revenue Retention (NRR) zeigt, wie sich der wiederkehrende Revenue bestehender Kunden durch Expansion, Downgrades und Churn entwickelt.
  • Eine NRR über 100 % bedeutet, dass dein bestehender Kundenstamm mehr Revenue erzeugt als zu Beginn des betrachteten Zeitraums.
  • 2025 lag die mediane NRR von mehr als 1.000 untersuchten privaten B2B-SaaS-Unternehmen bei 101 %. Der passende Benchmark hängt vor allem von ACV und Pricing-Modell ab.
  • Um deine NRR zu steigern, solltest du Churn und Downgrades getrennt analysieren, Expansion prüfen und die NRR nach relevanten Kundengruppen segmentieren.
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Was ist Net Revenue Retention?

Die Net Revenue Retention zeigt, wie sich der wiederkehrende Revenue deiner bestehenden Kunden entwickelt. Dabei berücksichtigt sie Revenue-Verluste und Expansion innerhalb des Bestands.

Relevant wird die NRR, wenn du verstehen willst, was hinter deinem ARR-Wachstum passiert. Ein SaaS kann starkes New Business erzielen und gleichzeitig Revenue durch Kündigungen oder Downgrades verlieren. Im Gesamt-ARR fällt das zunächst kaum auf.

Die NRR betrachtet deshalb nur deinen bestehenden Kundenstamm. Expansion durch zusätzliche Seats oder Upgrades erhöht die NRR. Downgrades und vollständige Kündigungen senken sie. Neukunden bleiben außen vor.

Willst du nur wissen, wie viel Bestands-Revenue du ohne Expansion hältst, ist die GRR die passendere KPI. Die NRR brauchst du, wenn du wissen willst, ob dein bestehender Kundenstamm unter dem Strich Revenue verliert oder zusätzlichen Revenue erzeugt.

BESTEHENDE KUNDENWas beeinflusst Deine NRR?EXPANSION REVENUE↑zusätzliche Seats↑Upgrades↑höhere NutzungREVENUE-VERLUSTE↓Downgrades↓Kündigungen−=Net Revenue Retention

Wie berechnest Du Deine Net Revenue Retention?

Für die Berechnung deiner NRR brauchst du den wiederkehrenden Revenue deiner bestehenden Kunden zu Beginn des Zeitraums. Anschließend prüfst du, wie sich der Revenue genau dieser Kunden entwickelt hat.

Dafür kannst du MRR oder ARR verwenden. Bei einer monatlichen Betrachtung bietet sich MRR an. Für eine jährliche NRR kannst du mit ARR arbeiten.

Welche Daten brauchst Du für die NRR-Berechnung?

Für die Berechnung brauchst du vier Werte aus derselben Kundenbasis und demselben Zeitraum:

  • Start-MRR bzw. Start-ARR: Der wiederkehrende Revenue deiner bestehenden Kunden zu Beginn des Zeitraums.
  • Expansion Revenue: Zusätzlicher Revenue aus bestehenden Kunden, etwa durch mehr Seats oder ein Upgrade.
  • Contraction Revenue: Revenue, den du durch Downgrades bestehender Kunden verlierst.
  • Churned Revenue: Revenue, der durch vollständige Kündigungen wegfällt.

Je nachdem, ob du deine NRR monatlich oder jährlich berechnest, verwendest du diese Revenue-Bewegungen auf MRR- oder ARR-Basis. Eine Sache gehört in beiden Fällen nicht in die Berechnung: Revenue aus Neukunden.

Net Revenue Retention: Die Formel erklärt

Für die folgende Formel verwenden wir MRR. Berechnest du deine NRR auf ARR-Basis, ersetzt du die MRR-Werte entsprechend durch ARR.

NRR = (Start-MRR + Expansion MRR − Contraction MRR − Churned MRR) ÷ Start-MRR × 100

Beispiel für die NRR-Berechnung

Dein SaaS startet mit 100.000 € MRR aus bestehenden Kunden.

Im Laufe des Monats kommen 12.000 € Expansion MRR hinzu. Gleichzeitig verlierst du 3.000 € MRR durch Downgrades und weitere 5.000 € durch Churn.

(100.000 € + 12.000 € − 3.000 € − 5.000 €) ÷ 100.000 € × 100 = 104 % NRR

Dein bestehender Kundenstamm erzeugt damit am Ende des Zeitraums 4 % mehr MRR als zu Beginn.

Ob du monatlich oder jährlich rechnest, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Wichtig ist, dass Zeitraum und Kundenbasis vergleichbar bleiben.

Bei Enterprise SaaS mit Jahresverträgen ist eine jährliche Betrachtung häufig aussagekräftiger. Wenn ein Vertrag nur einmal pro Jahr verlängert wird, sagt dir eine einzelne monatliche NRR deutlich weniger über die tatsächliche Retention.

Welche Fehler verfälschen Deine NRR?

Die Formel ist einfach. In der Praxis entstehen die Fehler meist bei den Daten, die in die Formel einfließen.

FehlerWas passiert?
New MRR einrechnenNeukunden erhöhen deine NRR künstlich
MRR und ARR vermischenDeine Werte beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume
Kundenbasis verändernDu vergleichst nicht mehr dieselbe Kundenkohorte
Downgrades ignorierenDein Revenue-Verlust fällt zu niedrig aus

Besonders häufig wird New Business zum Problem. Wenn du im Januar mit 100 Kunden startest, dürfen Kunden, die im Februar dazukommen, nicht plötzlich Teil deiner ursprünglichen Kohorte werden.

Die wichtigste Regel: Vergleiche immer dieselbe Kundenbasis. Deine NRR soll zeigen, was aus dem Revenue geworden ist, den du zu Beginn des Zeitraums bereits hattest.

NRR vs. GRR: Warum Du beide KPIs brauchst

Eine NRR von 110 % klingt stark. Trotzdem kann sich hinter dieser Zahl ein Problem verstecken. Dafür musst du zusätzlich deine Gross Revenue Retention (GRR) betrachten. Die GRR misst ebenfalls den Revenue deiner bestehenden Kunden, berücksichtigt allerdings keine Expansion.

GRR zeigt dir damit klarer, wie viel deines ursprünglichen Revenue du durch Churn und Downgrades hältst. Schauen wir uns zwei SaaS-Unternehmen an:

KPISaaS ASaaS B
GRR95 %80 %
NRR110 %110 %

Beide Unternehmen haben eine NRR von 110 %. Bei SaaS A gehen nur 5 % des ursprünglichen Revenue verloren. SaaS B verliert dagegen 20 % und muss diesen Verlust durch deutlich mehr Expansion kompensieren.

Die NRR allein würde diesen Unterschied verdecken.

Welche KPI du brauchst, hängt deshalb von deiner Frage ab. Die NRR zeigt dir, ob dein bestehender Kundenstamm inklusive Expansion Revenue aufbaut oder verliert. Die GRR zeigt dir, wie viel des ursprünglichen Revenue ohne Expansion erhalten bleibt. Willst du beurteilen, wie gesund deine NRR zustande kommt, solltest du beide Werte gemeinsam betrachten.

Was ist eine gute Net Revenue Retention für SaaS?

Eine gute NRR lässt sich nicht über einen einzigen Wert für jedes SaaS definieren. Dein ACV (Annual Contract Value) und das Expansion-Potential deines Pricing-Modells beeinflussen stark, welcher Vergleich für dich sinnvoll ist.

Für eine erste Orientierung lohnt sich der Blick auf die Marktdaten. Im Jahr 2025 veröffentlichte SaaS Capital Retention-Benchmarks auf Basis einer Befragung von mehr als 1.000 privaten B2B-SaaS-Unternehmen. Die Analyse zur Retention Rate für private SaaS-Unternehmen zeigt über alle Unternehmen hinweg eine mediane NRR von 101 % und eine mediane GRR von 91 %.

Damit liegt ein typisches privates B2B-SaaS bei der NRR nur knapp über 100 %. Die mediane GRR von 91 % zeigt zugleich, dass 9 % des ursprünglichen Bestands-Revenue verloren gehen. Für einen sinnvollen Vergleich solltest du beide Werte im Kontext deines ACV und Pricing-Modells betrachten.

Die folgende Einordnung hilft dir, deinen NRR-Wert zunächst grob einzuordnen:

NRREinordnung
Unter 100 %Dein Bestands-Revenue schrumpft.
Ca. 100 %Dein Bestands-Revenue bleibt weitgehend stabil.
110 % oder mehrDeine NRR liegt deutlich über dem Median der untersuchten SaaS-Unternehmen.
120 % oder mehrDein Bestands-Revenue legt stark zu. Prüfe den Wert im Kontext von ACV und Pricing-Modell.

Eine NRR von 120 % ist damit kein allgemeiner Mindestwert für ein gutes SaaS. Entscheidend ist, mit welchen Unternehmen du dich vergleichst.

Warum Dein Geschäftsmodell den NRR-Benchmark verändert

SaaS Capital sieht den ACV als einen der sinnvollsten Ausgangspunkte für den Vergleich von Retention Rates. Die Daten zeigen: Mit höherem ACV steigt tendenziell auch die mediane NRR.

Quelle: SAAS CAPITAL, 2025Median NRR nach ACV100 %Unter 12.000 $98 %12.000–25.000 $102 %25.000–50.000 $102 %50.000–100.000 $103 %100.000–250.000 $104 %Über 250.000 $106 %

Das Pricing-Modell spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn Kunden zusätzliche Seats buchen oder in ein größeres Paket wechseln können, hast du mehr Potenzial für Expansion Revenue. Bei einem SaaS mit wenig Expansion-Potenzial kann eine niedrigere NRR deshalb wirtschaftlich trotzdem gesund sein.

Für deinen Benchmark solltest du zuerst SaaS-Unternehmen mit einem ähnlichen ACV und vergleichbarem Pricing betrachten. Die interessantere Frage lautet deshalb nicht nur, wie hoch deine NRR ist. Du solltest verstehen, warum sie bei diesem Wert liegt und wie viel Revenue-Potenzial noch in deinem Kundenbestand steckt.

Wie erkennst Du, warum Deine NRR zu niedrig ist?

Angenommen, deine NRR fällt innerhalb eines Jahres von 108 auf 97 %. Dann weißt du, dass sich dein Bestands-Revenue schlechter entwickelt. Warum das passiert, zeigt dir die NRR allein noch nicht.

Genau dafür solltest du Revenue-Verluste und Expansion getrennt betrachten:

BeobachtungWahrscheinliche UrsacheWas solltest Du prüfen?
NRR und GRR fallenRevenue-Verlust nimmt zuChurn und Downgrades
GRR bleibt stabil, NRR fälltExpansion nimmt abUpgrades und zusätzliche Seats
Enterprise-NRR liegt deutlich über SMBKundensegmente entwickeln sich unterschiedlichNRR nach ACV
Neue Kohorten haben eine niedrigere NRRKundenqualität oder Produktnutzung hat sich verändertKohorten und ICP-Fit
NRR hängt an wenigen großen AccountsEinzelne Expansion Accounts ziehen den Wert hochRevenue-Verteilung im Bestand

Nehmen wir den zweiten Fall: Deine GRR bleibt bei 92 %, während deine NRR von 112 auf 103 % fällt. Dann fehlen dir neun Prozentpunkte Expansion.

Prüfe jetzt, warum bestehende Kunden seltener upgraden oder zusätzliche Seats buchen. Eine KPI soll dir genau dabei helfen: die nächste wirtschaftliche Frage zu finden.

Warum Du Deine NRR segmentieren solltest

Ein Company-Level-Wert kann Unterschiede zwischen deinen Kunden verdecken. Angenommen, dein SaaS erreicht insgesamt 108 % NRR. Erst die Segmentierung zeigt, wo dieser Wert entsteht:

SegmentNRR
SMB91 %
Mid-Market104 %
Enterprise124 %
Gesamt108 %

Dein SMB-Bestand verliert 9 % Revenue, während Enterprise den Gesamtwert nach oben zieht. Damit kannst du gezielt prüfen, welches Segment deinen Bestands-Revenue bremst und wo weiteres Revenue-Potenzial liegt.

Welche Segmentierung ist für Dein SaaS sinnvoll?

Für viele B2B-SaaS-Unternehmen sind ACV und Kundensegment der sinnvollste Ausgangspunkt. Danach lohnt sich der Blick auf einzelne Kundenkohorten.

Zum Beispiel:

  • Q1-Kohorte: 112 % NRR
  • Q3-Kohorte: 94 % NRR

Der Unterschied zeigt dir, dass sich zwischen beiden Kohorten etwas verändert hat. Prüfe jetzt, ob du andere Kundentypen gewonnen hast oder sich die Produktnutzung verändert hat.

Wie steigerst Du Deine Net Revenue Retention?

Eine niedrige NRR hat keine einzelne Ursache. Deshalb bringt dir eine pauschale Liste mit „NRR Best Practices“ wenig. Gehe von deinen Zahlen aus. Prüfe zuerst, wo Revenue verloren geht oder Expansion fehlt. Dann setzt du genau dort an.

1. Reduziere Churn in den relevanten Kundensegmenten

Wenn NRR und GRR fallen, prüfe, in welchen Segmenten du den meisten ARR durch Churn verlierst. Fünf verlorene Accounts mit jeweils 50.000 Euro ACV sind wirtschaftlich relevanter als zehn Kündigungen mit jeweils 2.000 Euro ACV.

Stammen beispielsweise 60 % deines Churned ARR aus einem Segment, das nur 25 % deines gesamten ARR ausmacht, solltest du dort Kündigungsgründe und Produktnutzung genauer untersuchen. So priorisierst du Maßnahmen nach verlorenem Revenue statt nach der reinen Anzahl gekündigter Kunden.

2. Reduziere Revenue-Verluste durch Downgrades

Auch bestehende Kunden können deine NRR senken. Reduziert ein Account seine Seats von 50 auf 30, bleibt der Kunde bestehen, während dein Revenue aus diesem Account um 40 % fällt.

Häufen sich solche Downgrades in einem bestimmten Paket, prüfe den Grund. Möglicherweise kaufen Kunden anfangs zu viele Seats oder der zusätzliche Produktwert rechtfertigt beim Renewal den höheren Preis nicht.

3. Schaffe mehr Expansion Revenue

Bleibt deine GRR stabil, während die NRR fällt, solltest du deine Expansion prüfen. Die relevante Frage lautet: Steigt dein Revenue mit, wenn Kunden mehr Wert aus deinem Produkt ziehen?

Je nach Pricing kann Expansion durch zusätzliche Nutzer, mehr abrechenbare Nutzung oder ein Upgrade entstehen. Der zusätzliche Preis muss dafür mit zusätzlichem Produktwert verbunden sein.

Die Daten von SaaS Capital zeigen auch, warum NRR für Wachstum relevant ist. In der 2025er Stichprobe lag die mediane Wachstumsrate der betrachteten Unternehmen mit mehr als 1 Mio. US-Dollar ARR bei 24 %. Unternehmen mit mindestens 110 % NRR wuchsen im Median schneller als die Gesamtstichprobe.

Wie beeinflusst die Akquise Deine Net Revenue Retention?

Deine NRR entsteht erst nach dem Kauf. Welche Kunden später in die Berechnung einfließen, bestimmst du allerdings bereits bei der Akquise. Gewinnst du Accounts, die gut zu deinem ICP passen und langfristig Wert aus deinem Produkt ziehen, schaffst du eine bessere Ausgangslage für Retention und Expansion.

Genau hier kann SEO relevant werden. Du kannst deine Keyword-Strategie gezielt auf Suchanfragen ausrichten, hinter denen dein Ideal Customer Profile steckt. Denn hohes Suchvolumen bedeutet noch lange nicht, dass ein Keyword die richtigen Kunden für dein SaaS erreicht.

Beispiel: Mehr Suchvolumen bedeutet nicht automatisch mehr Revenue

Du vertreibst eine CRM-Software speziell für Versicherungen.

„CRM Software“ → 21.000 Suchanfragen pro Monat
Viel Nachfrage, allerdings suchen hier Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Branchen nach einem CRM.

„CRM Software für Versicherungen“ → 200 Suchanfragen pro Monat
Deutlich weniger Nachfrage. Dafür passt die Suchintention wesentlich genauer zu deinem Ideal Customer Profile.

Für dein SaaS können die 200 spezifischen Suchanfragen deshalb wirtschaftlich mehr wert sein als ein Vielfaches an allgemeinem Traffic.

Der Punkt ist: Du brauchst nicht möglichst viel Traffic. Du brauchst mehr Besucher, aus denen die richtigen Kunden entstehen. Gerade mit Blick auf die NRR ist das relevant, weil die Qualität deiner Akquise bestimmt, welche Kunden später überhaupt Teil deiner Bestandskohorten werden.

Was mit SEO und einer auf den ICP ausgerichteten Keyword-Strategie möglich ist, sehen wir in unseren eigenen SaaS-Projekten:

  • Skribble: Mehr als 40 kaufbereite Inbound-Leads pro Monat durch Content Marketing. Der organische Traffic stieg innerhalb von sechs Monaten um 140,25 %.
  • LeasingCockpit: Von 0 auf 14.871 organische Besucher pro Monat innerhalb eines Jahres. SEO wurde zum wichtigsten Sales-Kanal für planbare warme Inbound-Leads und senkte gleichzeitig die CAC gegenüber Paid Ads.
  • absentify: Von 2.624 auf 61.959 monatliche Website-Besucher. SEO ist heute der wichtigste Marketingkanal und generiert täglich neue Sign-ups und Kunden.

Lohnt sich SEO für SaaS also auch mit Blick auf die NRR? Unsere Cases belegen, dass SEO kaufbereite Nachfrage und neue Kunden liefern kann. Einen direkten NRR-Uplift durch SEO können wir daraus nicht ableiten.

Ob Kunden aus Organic Search langfristig mehr Revenue halten oder stärker expandieren, kannst du über deine Daten prüfen: Segmentiere deine NRR nach Akquise-Kanal und vergleiche die jeweiligen Kundenkohorten.

So analysierst Du Deine NRR in 5 Schritten

Du brauchst für die Analyse kein Reporting mit 30 Kennzahlen. Wenn deine NRR auffällig ist, würde ich in dieser Reihenfolge vorgehen:

  1. Berechne NRR und GRR für denselben Zeitraum. So siehst du, wie stark Expansion deinen Revenue-Verlust kompensiert.
  2. Trenne Revenue-Verluste und Expansion. Prüfe, wie viel ARR du durch Churn und Downgrades verlierst und wie viel durch bestehende Kunden hinzukommt.
  3. Segmentiere deine NRR. Starte beispielsweise nach ACV. Ein Gesamtwert von 105 % hilft dir wenig, wenn ein relevantes Segment bei 85 % liegt.
  4. Suche den größten Revenue-Hebel. Verlierst du 200.000 Euro ARR durch Churn, liegt dort wahrscheinlich mehr Potenzial als bei 20.000 Euro fehlender Expansion.
  5. Miss die NRR nach der Maßnahme erneut. Wenn du ein Problem bei einem bestimmten Segment identifiziert hast, beobachte genau dessen Entwicklung. Dein Company-Level-Wert kann Veränderungen sonst überdecken.

Die Reihenfolge ist wichtig: Erst NRR berechnen. Dann verstehen, woher der Wert kommt. Danach die Maßnahme priorisieren, die den größten Revenue-Effekt verspricht.

Fazit: NRR zeigt Dir, ob Dein Kundenbestand selbst wächst

Die NRR zeigt dir, wie sich der Revenue deines bestehenden Kundenstamms entwickelt, wenn du New Business aus der Rechnung nimmst. Damit erkennst du, ob Expansion deine Revenue-Verluste ausgleicht und ob dein Bestand zusätzlichen Revenue erzeugt.

Für die Einordnung solltest du deine NRR gemeinsam mit der GRR betrachten und nach relevanten Kundengruppen segmentieren. So erkennst du, ob Revenue vor allem durch Churn verloren geht oder ob dir Expansion fehlt.

Genau daraus entsteht die nächste wirtschaftliche Entscheidung: Du investierst dort, wo aktuell der größte Revenue-Hebel in deinem Bestand liegt.

Du kennst Deine NRR. Aber weißt Du auch, wo Dein SaaS Revenue liegen lässt?

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Net Revenue Retention - Häufige Fragen und Antworten

Wie oft sollte ich meine NRR berechnen?

Das hängt vor allem von deinem Vertragsmodell ab. Bei monatlichen Verträgen kannst du die NRR monatlich beobachten. Bei Enterprise SaaS mit Jahresverträgen ist eine zusätzliche jährliche Betrachtung sinnvoll, weil viele Revenue-Veränderungen erst beim Renewal sichtbar werden.

Können Neukunden meine NRR erhöhen?

Nein. Revenue aus Neukunden gehört nicht in die Net Revenue Retention. Die NRR betrachtet ausschließlich Kunden, die bereits zu Beginn des betrachteten Zeitraums Teil deiner Kundenbasis waren.

Kann eine hohe NRR trotzdem problematisch sein?

Ja. Eine NRR von 110 % kann durch hohe Expansion entstehen, obwohl du gleichzeitig viel Revenue durch Churn verlierst. Prüfe deshalb zusätzlich deine GRR. Sie zeigt dir, wie viel deines ursprünglichen Bestands-Revenue ohne Expansion erhalten bleibt.

Welche Teams beeinflussen die Net Revenue Retention?

NRR ist keine reine Customer-Success-KPI. Product beeinflusst, ob Kunden genug Wert aus der Software ziehen und ihre Nutzung ausbauen. Marketing und Sales beeinflussen bereits vor Vertragsabschluss, welche Kunden gewonnen werden. Für die Analyse zählt deshalb vor allem, welcher Teil deiner NRR gerade den größten Revenue-Hebel bietet.

Welche SaaS KPIs sollte ich neben der NRR messen?

Die NRR allein zeigt dir noch nicht, warum sich dein Bestands-Revenue verändert. Ergänze sie deshalb um GRR und Churn Rate. Mit Kennzahlen wie CAC und Customer Lifetime Value kannst du zusätzlich beurteilen, wie viel du für neue Kunden ausgibst und welchen Revenue sie langfristig für dein SaaS bringen.

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